Gemeindegruß

07. März 2010

Liebe Gemeindemitglieder!

 

Bei einer der letzten Beerdigungen stand am Abschluss der Trauerfeier ein Lied von einer CD. Schwermütig, traurig und auch mit einem Schimmer Hoffnung. Ich war mir nicht sicher, aber die Stimme des Sängers kam mir bekannt vor. Und beim anschließenden Kaffeetrinken fragte ich nach. „Ich weiß gar nicht, ob ich das so sagen kann, Herr Pastor." „Dann war mein Verdacht ja richtig. Das war ‚Unheilig', oder?" „Genau."
Ein Lied von „Unheilig" in einem Gottesdienst. Klingt schon komisch ...
Der Sänger und Textschreiber „Der Graf" nennt sich selbst einen gläubigen Menschen, allerdings außerhalb aller Religionen, außerhalb aller Kirchen. Und in deren Augen sei er eher „un-heilig". Daher der Name. Also nichts Satanistisches oder so etwas.
Mag der Name „Unheilig" manche Menschen vielleicht zuerst abschrecken oder mögen manche bei diesem Namen zunächst Liedtexte vermuten, die alles andere als erfreulich sind: Beim Hinhören kann sich auch ein anderes Bild zeigen und es können Gedanken auftauchen, die gut tun und die vielleicht sogar Balsam für die Seele sind.
Dieses Erlebnis hat mich wieder einmal an etwas erinnert, dass auch in die Fastenzeit, in die Zeit des Verzichtes gehört: Du brauchst nicht auf das Schnitzel zu verzichten - verzichte lieber auf ein vorschnelles, oberflächliches, ahnungsloses Urteil.
Und das nicht nur bei Namen, die sich Sänger zulegen ...

 

In diesem Sinne Ihr und Euer Pastor Martin Koopmann